Fluggäste, deren Flug wegen der Vulkanasche ausgefallen ist, haben Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises inkl. Steuern und Sicherheitsgebühren. Darauf macht das Online-Portal flightright aufmerksam, dass die Interessen von Flugreisenden vertritt.
Die aktuellen Annullierungen beruhen zwar auf „außergewöhnlichen Umständen“, welche die Fluggesellschaften nicht zu verantworten haben, nach der europäischen Fluggastrechteverordnung ergibt sich aber dennoch ein Anspruch auf Erstattung des vollständigen Ticketpreises. „Die außergewöhnlichen Umstände stellen die Airlines nur von zusätzlichen Entschädigungsansprüchen frei.“, erklärt Rechtsanwalt Philipp Kadelbach, Geschäftsführer bei flightright, und ergänzt: „Manches Reisebüro und auch die Mitarbeiter verschiedener Airlines scheinen sich dieses Unterschiedes nicht bewusst zu sein.“ Auf Nachfrage wurde mehrfach die Erstattungsfähigkeit verneint.
Fluggäste können ihre Erstattung mit wenigen Klicks auf www.flightright.de online geltend machen. Dort gibt es auch einen Entschädigungsrechner. Das Portal wird bestehende Ansprüche ohne Kostenrisiko für die Fluggäste durchsetzen. flightright verspricht die gesamte Abwicklung gegenüber der Fluggesellschaft zu übernehmen. Der Betrag wird abzüglich einer Bearbeitungspauschale an Kunden ausgezahlt.
Der einzelne Flugpassagier befindet sich generell in einer strukturell nachteiligen Situation. Er kann zwar vor Gericht gehen und Klage einlegen. Es bestehen jedoch Hemmnisse, die dem einzelnen Passagier den in der EU-Fluggastrechte-Verordnung angelegten Rechtsschutz faktisch vereiteln. Zu nennen sind hier die hohen Prozesskosten sowie die ggf. komplexen und langwierigen gerichtlichen Verfahren.
Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass jeder fünfte europäische Verbraucher bei Beträgen unter 1.000 EUR darauf verzichtet, vor Gericht zu gehen. Die Hälfte erklärt, bei Beträgen unter 200 EUR keine Klage einlegen zu wollen. Wohl daher hat die EU-Kommission in ihrem jüngsten Gutachten zum Schutz der Flugpassagierrechte Initiativen wie flightright zur professionellen Unterstützung der Reisenden explizit begrüßt.
„Es kann nicht sein, dass die Rechte der Verbraucher hier fortwährend unter den Teppich gekehrt werden. Der einfache Fluggast kennt seine Rechte häufig nicht im Detail, geschweige denn, dass er sie durchsetzt“, betont Sven Bode, ebenfalls Geschäftsführer bei flightright und ermuntert die Passagiere, endlich ihre Rechte wahrzunehmen.
Ähnliche Themen
- Podcast: Rechte der Flugpassagiere
Wenn der deutsche Luftraum wegen Vulkanasche teilweise gesperrt werden muss, haben Passagiere trotzdem bestimmte Rechte zur Erstattung ihrer Tickets. Die Rechte in solchen Fällen sind in der Fluggastrechte-Verordnung der EU (Nr. 261/2004) geregelt... - Haftung des Reiseveranstalters für einen Zusatzausflug am Urlaubsort
Kommt es bei einem Tagesausflug im Urlaub zu einem Unfall, haftet unter Umständen der Reiseveranstalter. Auch dann, wenn dieser den Ausflug nicht selbst durchgeführt, sondern lediglich vermittelt hat. Entscheidend sei dabei, ob der Reiseveranstalt... - Podcast: Wann zahlt die Reiserücktritts-versicherung?
Bei der schönsten Zeit des Jahres, dem Urlaub, denkt kaum jemand an unangenehme Dinge. Was aber, wenn man eine fest gebuchte Reise nicht antreten kann oder sie vorzeitig abbrechen muss? Wer kommt dann für die Kosten auf? Wohl dem, der eine Reiserü... - Airline darf Flug nicht wegen fehlender Kreditkarte verweigern
Eine Fluggesellschaft darf einen Kunden nicht vom Flug ausschließen, weil er die zur Ticketzahlung genutzte Kreditkarte beim Check-In nicht vorzeigen kann. Das hat das Landgericht Frankfurt am Main nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesve... - Video: Urlaubsmängel richtig reklamieren
Mängel in den schönsten Wochen des Jahres, im Urlaub, sind der häufigste Streitpunkt im Reiserecht. Wieder daheim verlangt so manch Reisender Genugtuung – in finanzieller Form. Wie soll man seine Ansprüche vorbringen, gibt es eine Faustregel für E... - Welche Entschädigungen bei verspäteten Flügen?
Egal ob man auf Weltreise gehen will, zu einem Geschäftstermin fliegt oder einfach nur einen Städtetrip übers verlängerte Wochenende eingeplant hat: Immer wieder hängen Fluggäste stundenlang in den Wartehallen der großen Flughäfen fest. Frustratio... - 50 Euro Bonus für Vulkan-Opfer
Wer aufgrund der Sperrung des Luftraums wegen der Aschewolke nicht in den Urlaub fliegen konnte, kann sich jetzt über einen Rabatt für seine nächste Urlaubsreise freuen. Gäste, deren Reise zwischen dem 16. und 21. April 2010 abgesagt wurde, erhalt... - Urteile: Bei Buchung immer kompletten Flugpreis angeben
Reisevermittler müssen bei Online-Buchungen von Anfang an den Endpreis der angebotenen Flüge nennen, einschließlich Steuern und Gebühren. Das haben die Landgerichte Leipzig und Düsseldorf entschieden, nachdem der Verbraucherzentrale Bundesverband... - Update: Veranstalter sagen nach Vulkanausbruch Reisen ab
Die Start- und Landebahnen in Europa sind weiterhin größtenteils verwaist, bislang ist nach dem Vulkanausbruch in Island keine Besserung der Situation in Sicht. Darum sagen viele Veranstalter ihre Reisen für heute ab. Betroffen sind beispielsweise... - Podcast: Stornierung eines Flugs
Mit wenigen Klicks lassen sich Flüge im Internet schnell buchen, manchmal aber kann man dann die Reise nicht antreten. Oftmals ist dann das für den Flug bezahlte Geld futsch! Muss es aber nicht! Mehr dazu von Bettina Bachmann, Geschäftsführerin de... - Vulkanausbruch auf Island belastet Luftverkehrsbranche
Die Asche des isländischen Vulkans Grimsvötn macht sich über Deutschland breit. Die Erinnerungen an das Flugchaos vor 14 Monaten werden wach. "Jetzt sind die Akteure des Luftraums gefragt zu zeigen, dass Sie es besser können als von einem Jahr. Di... - Reiserücktritt: Schutz fürs Urlaubsgeld
Wer seinen Urlaub wegen Krankheit oder Unfall nicht antreten kann, bleibt ohne eine Reiserücktrittsversicherung auf dem größten Teil der Buchungskosten sitzen. Um den Ärger über geplatzte Urlaubsträume zu minimieren, bietet der ADAC ab 1. Dezember... - Update Aschewolke: Reisende sitzen wieder fest
Es scheint wieder schlimmer zu kommen als gestern noch gedacht. Nach unterschiedlichen Medienberichten sind die Prognosen doch relativ gleich: Der Süden Skandinaviens und auch Norddeutschland könnten bald von der Aschewolke aus Island, vom Vulkan... - Reisebüro haftet bei Zelt- statt Hotelzimmerbuchung
Bucht ein Reisebüro für einen Kunden irrtümlich ein Doppelzelt statt des gewünschten Doppelzimmers, haftet es als
Reisevermittler auf Schadensersatz. So lautet das Urteil des Amtsgerichts Menden vom 5. April 2006 (AZ – 4 C103/05), wie die Deutsc... - Nach dem Vulkanausbruch: Die ersten Gäste starten wieder
Pünktlich um 03.29 Uhr startete Flug X3 2206 von TUIfly vom Kölner Flughafen. An Bord die ersten 143 Urlauber, die TUI nach der Lockerung des Flugverbots wieder in die Sonne flog. Ziel: Las Palmas auf Gran Canaria. Seit heute Nacht, 0.00 Uhr, läuf... - Update: Flüge holen Urlauber heim
Nachdem Air Berlin den Flugbetrieb heute eingeschränkt wieder aufgenommen hat, startet das Unternehmen auch mit den ersten Langstreckenflügen. Für heute wird Air Berlin folgende geplante Langstreckenflüge durchführen:
AB7160 TXL-BKK
AB7161 BK... - Air Berlin: Flugstreichungen bis Sonntag, 20:00 Uhr
In Folge eines Vulkanausbruchs in Island und der sich dadurch in der Atmosphäre befindenden Vulkanasche haben die Flugsicherheitsbehörden weite Teile des europäischen Luftraums geschlossen. Auf Empfehlung der Deutschen Flugsicherung (DFS) und Eur... - Planmäßiger Reisebetrieb für Mittwoch erwartet
Kunden, die ihre Reise antreten möchten, werden gebeten, ab drei Stunden vor Abflug mit der jeweiligen Flughafenstation Kontakt aufzunehmen. Auf Grundlage der aktuellen Informationen gehen ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg davon aus, dass die Flüge... - Unsichere Ladung auf dem Autodach kommt in Österreich teuer zu stehen
In Österreich muss Ladung gut gesichert sein. „Es ist allerdings ein Gerücht, dass neuerdings ein ungesicherter Schirm auf der Hutablage oder ein Einkaufskorb auf dem Beifahrersitz einen Verstoß gegen die Ladungssicherheit darstellt“, klärt Dr. H... - Podcast: Richtig reklamieren – krachende Kokosnüsse sind kein Mangel
Wer an seinem Urlaubsort Mängel feststellt, muss seinen Reiseveranstalter benachrichtigen. Die Anzeige gegenüber der örtlichen Hotelleitung genügt nicht. So entschied das Oberlandesgerichts Koblenz in einem Fall, in dem Kokosnüsse eine nicht unerh... - Podcast: Reiserücktritt nach Bandscheibenvorfall
Wird nach der Buchung einer Reise ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert, der operiert werden muss, kann die Reise storniert werden und die Reiserücktrittskostenversicherung muss eintreten. Dies gilt auch dann, wenn man bereits vor der Buchung län... - Podcast: Reisemängel
Wird in einem Urlaub auf der Bühne bei einer Parodie über Deutsche der Hitlergruß gezeigt, stellt dies mehr als eine Unannehmlichkeit dar, sondern einen Reisemangel und berechtigt zu Minderung. Das Entfernen einer Sonnenliegenauflage führt dagegen... - Reisen bis 20 Uhr abgesagt – Air Berlin-Chef testet persönlich
Die Sperrung der Flughäfen ist ein weiteres Mal verlängert worden - jetzt bis 20 Uhr. Damit sind die Folgen des Ausbruch des Eyjafjalla-Vulkans auf Island weiter immens. Schon zuvor hatten Reiseveranstalter wie Dertour, Meier's Weltreisen, ADAC R... - Podcast: Urlaub in Frankreich nur mit Alkoholtester
Wer mit seinem Auto ins Ausland fährt, sollte sich vorher über die dort geltenden Verkehrsregeln informieren. So wird es in Frankreich ab dem 01. Juli 2012 die Mitführpflicht eines Alkoholtests geben, teilt die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht de... - Podcast: Radfahren – aber sicher!
Das Rad spielt auch bei Reisen eine immer größere Rolle. Die einen nehmen ihr Rad mit an den Urlaubsort, andere mieten sich dort eins. Aber: Für alle gilt – als Verkehrsteilnehmer muss man auch auf andere Rücksicht nehmen. Laut Straßenverkehrsordn... - Update: Berliner Flughäfen ab 14.00 Uhr wieder offen
Der Flughafen Bremen ist seit 11.00 Uhr wieder geöffnet. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes gibt es keine kritische Aschekontamination mehr, informiert die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH. Am Flughafen Hamburg werden ab 12.00 Uhr wieder Sta... - Aschewolke: TUI sagt für heute Reisen nach Madeira ab
Die Aschewolke aus Island blockiert große Teile des Luftraums in Südeuropa. Besonders betroffen ist derzeit der Flughafen Funchal auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira. Soeben hat der Krisenstab der TUI Deutschland deshalb entschieden, für... - Folgen des Vulkanausbruchs – Situation auf Mallorca
Was machen eigentlich die Urlauber, die irgendwo festsitzen und nicht die Heimreise antreten können? Jeder, der schon einmal - aus welchen Gründen auch immer - in dieser Situation war, kann sich lebhaft bvorstellen, was das bedeutet. Beispielsweis... - Aschewolke erreicht Deutschland
Nun ist es also soweit. Die Aschewolke vom Vulkan Grimsvötn auf Island hat die Flughäfen Bremen und Hamburg lahmgelegt. Nach Mitteilung der Deutschen Flugsicherung können keine Starts und Landungen mehr freigegeben werden. Im Laufe des Vormittags ... - Flugverbot aufgehoben – Steigen jetzt die Preise?
Der Luftraum über Europa ist wieder geöffnet. Allerdings wird es noch dauern, bis der planmäßige Flugverkehr gänzlich wieder hergestellt ist, die Wartelisten abgearbeitet sind und alle regulär gebuchten Passagiere pünktlich abheben werden. Zwar ge...
Tags: Anwalt, Asche, Erstattung, Flug, Geld, Gericht, Recht, Reiserecht, Reiserücktritt, Stopp, Stornierung, Vulkan
This entry was posted
on Montag, April 19th, 2010 at 15:58 and is filed under Meldungen, Reiserecht.
You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed.